Erlkönig: Eine Illustation Reihe

In dieser Illustrationsreihe war es das Ziel, Goethes Gedicht Erlkönig in drei Bildern festzuhalten.
Für jede der Illustrationen habe ich eine passende Zeile aus dem Gedicht ausgewählt und das Bild entsprechend der Stimmung dieser Zeile sowie der Emotionen der Figuren gestaltet.  

Die erste Illustration bezieht sich auf die Zeilen 7–8 aus dem Gedicht und zeigt die Sicht des Sohnes auf den Erlkönig. Der Erlkönig steht im Mittelpunkt und ist in leuchtenden, gesättigten Farben dargestellt, um ihn hervorzuheben. Die vorherrschende Farbe ist Grün – einerseits freundlich wirkend, andererseits giftig – was die doppelte Wirkung des Erlkönigs betont: verführerisch und zugleich bedrohlich. Der Sohn ist in Lila gehalten, um seine Angst auszudrücken.

Die zweite Illustration basiert auf den Zeilen 21–24 des Gedichts und zeigt sowohl den Vater mit dem Sohn als auch die Töchter des Erlkönigs und die alten Weiden. Der Fokus liegt auf zwei Punkten: den dunkelfarbigen, kontrastreich in einer hellen Umgebung platzierten Töchtern sowie dem Vater und Sohn, die durch ihre lila Farbgebung hervorstechen. Die Farbwahl ist geprägt von hellen Blau-Tönen, die eine geisterhafte, unheimliche Atmosphäre erzeugen. Tiefenwirkung wird durch unterschiedliche Helligkeiten erzeugt: Vordergrundfiguren sind dunkler, Hintergrundelemente heller dargestellt.

Die letzte Illustration basiert auf Zeile 17 des Gedichts und stellt die Panik des Sohnes in den Mittelpunkt. Der zentrale Fokus liegt auf der weit aufgerissenen Pupille des Sohnes, in der sich der furchteinflößende Erlkönig spiegelt. Seine Hände sind so angeordnet, dass sie wirken, als griffen sie direkt nach der Pupille – ein Symbol für die Bedrohung und das nahende Unheil. Die Gestalt des Erlkönigs ist hier deutlich unheimlicher dargestellt als zuvor. Farblich dominiert ein Komplementär- sowie ein Warm-Kalt-Kontrast: Die warmen Farben symbolisieren das verbleibende Leben und die Angst des Sohnes, während die kalten Farben des Erlkönigs seine tödliche, aggressive Präsenz betonen.